The British Way of Life

Als Fremdsprachenassistentin im Ausland

 
07Juni
2014

Es ist vorbei bye bye Junimond...

Die Heimreise: Um 9Uhr brachte mich Helen mit Sack und Pack an den Bahnhof, wo Kristina mich schon erwartete. Ich verabschiedete mich von Helen und lief dann mit Kristina zum Gleis. Auch Kristina und ich mussten uns dann verabschieden, denn mein Zug fuhr um 9.19Uhr nach Doncaster. In Doncaster musste ich dann in den nächsten Zug nach London umsteigen. Bis dahin klappte alles wunderbar. Trotz dem schweren Gepäck (insgesamt müssten es um die 45kg gewesen sein) schaffte ich es in den Zug und ich hatte auch immer eine Möglichkeit das Gepäck einigermaßen zu verstauen. 

In London kam ich dann um 12Uhr an und hatte nach einem kurzen Fußmarsch von Kings Cross zu St. Pancras zwei Stunden Zeit bis zu meinem Check-in für den Eurostar. Das Warten war ziemlich nervig und ich habe mich ziemlich gelangweilt... Eigentlich lese ich in solchen Situationen ja immer, aber irgendwie konnte ich mich nicht konzentrieren.  Als es dann endlich so weit war, stellte ich mich brav wie ein Brite in die Schlange zum Check-in. Als ich meine Karte scannen wollte, funktionierte das nicht... na super, dachte ich mir. Fängt ja gut an. Ich habe dann einen Security Menschen zu mir gewunken, der sich nur kurz mein Ticket ansah und dann meinte "Ah, deutsche Bahn Ticket... Folgen Sie mir bitte.". Damit führte er mich dann an der Schlange vorbei, an der Absperrung vorbei, setzte sich kurz, um das Ticket zu überprüfen und mir einen Stempel zu geben und ließ mich dann direkt weiter... Seither weiß ich wie sich Leute in der Business-Klasse fühlen! 

Als nächstes kam dann die Gepäckkontrolle, die vollkommen ereignislos verlief. Dann hieß es wieder warten... "Please await boarding". Um 14.40Uhr wurde dann das Gleis endlich angesagt und alle Mann stürmte nach oben. Bald hatte ich meinen Wagen gefunden, mein Gepäck verstaut und meinen Sitzplatz erreicht. Los ging's nach Brüssel!

In Brüssel hatte ich 20min Zeit zum Umsteigen, was gut gereicht hat. Um 18.25Uhr (nach Zeitunterschied) ging es dann mit dem ICE nach Frankfurt. Auch in dem ICE hatte ich Glück mit dem Gepäck. Ich stellte es dort ab, wo normalerweise Rollstuhlfahrer stehen und setzte mich einfach daneben auf den Boden... In den 3h Fahrt habe ich dann immer mal wieder mit Leuten gesprochen und kam mir irgendwann vor wie eine Mitarbeiterin der Bahn... "Darf ich meinen Koffer noch zu Ihnen stellen?", "Passen Sie hier auf die Köffer auf?", "Wissen Sie wann der Zug in Frankfurt ankommt?". Alles in allem eine ganz angenehme Fahrt, wenn auch langweilig. 

In Frankfurt kamen wir mit 5min Verspätung an. Zum Glück hatte mein Anschlusszug nach Mannheim 15min Verspätung, sodass ich ihn ohne Probleme erreichte. Auch in diesem Zug konnte ich mein Gepäck gut abstellen und blieb dann einfach daneben stehen. Nach nur 45min war ich dann in Mannheim, stieg mit Vorfreude aus... und weit und breit keine Laura...  Sie wollte mich in Mannheim abholen, hatte mir aber kurz zuvor schon geschrieben, dass sie im Stau steht. Also gut, dachte ich, warte ich eben ein bisschen. Aus dem bisschen warten wurde dann eine gute halbe Stunde, bis wir uns endlich im Parkhaus des Bahnhofs gefunden hatten (Laura's Navi wollte ihr wohl erst eine Stadtrundfahrt geben...). So ging es dann um 23Uhr endlich das letzte Stück nach Hause! 

Hier sitze ich nun, in meiner Heimat am Schreibtisch. Um mich herum Berge an Gepäck und kein Platz im Schrank. Es hat sich einiges verändert hier im Dorf und doch sieht alles ganz vertraut aus. 8 Monate Abenteuer liegen hinter mir, die mich verändert und voran gebracht haben. Ein wichtiges Kapitel in meinem Leben ist zu Ende und ein neues beginnt... "Turning over a new leaf", würden die Briten sagen. Da dieses Kapitel nun zu Ende ist, endet hier auch mein Blog. 

Deshalb ein paar Schlussworte...

Danke an alle, die meinen Blog gelesen und hin und wieder darauf reagiert haben: Ohne euch hätte ich irgendwann aufgehört, was sehr schade gewesen wäre, denn ich habe alle Einträge für mich gespeichert und werde mir sozusagen ein Blog-Buch als Erinnerung drucken lassen.

Danke an sämtliche Mitreisende, an Familie, Freunde, Bekannte für Postkarten, Emails, Briefe, Skype-Gespräche, oder sonstige Nachrichten! 

Die letzten 8 Monate waren eine super Erfahrung für mich, die ich nicht mehr missen möchte. Ich habe ein paar Freunde fürs Leben gefunden und mehr Städte in England gesehen, als Städte in Deutschland (was ich unbedingt ändern muss...).

 

Und jetzt? Wie geht es weiter? Um nur ein paar Dinge zu nennen, die in der nächsten Zeit auf mich zukommen: Gepäck verräumen (falls das überhaupt möglich ist... Hilfe! ), Sommer genießen, Familie und Freunde treffen, Sommerjob, eine Woche Rom, ein Wochenende in Frankfurt, Besuch in und aus Berlin, vier Wochen Praktikum an einer Schule in Karlsruhe, Umzug in meine WG in Dossenheim, Studium, Studium, Studium...

Mehr habe ich nun nicht mehr zu sagen, bzw. zu schreiben. Deshalb wünsche ich euch allen alles Gute! Passt auf euch auf und genießt den Möchtegern-Hochsommer! 

05Juni
2014

Ab in den Süden!

So, jetzt aber! Ich habe meinen Laptop mit der externen Festplatte überlistet und nach ein wenig Hin und Her habe ich jetzt alle Bilder parat und kann endlich anfangen über die letzte Reise zu berichten!

Samstag, 24. Mai

Rocco und Anne kamen wieder zum Frühstück und nachdem mit dem Gepäck im Auto ein bisschen Tetris gespielt wurde, ging es los Richtung Süden! Anne und Rocco vorne und ich hinten mit jeeeder Menge Gepäck hinter und neben mir!  Nach einer Weile hielten wir kurz an einer Raststätte, damit Anne und ich auf die Toilette (Mädels halt... ) und Rocco einen Kaffee kaufen konnten. Als wir alle wieder im Auto saßen und es ziemlich stark regnete, versuchte Rocco den Motor zu starten... was nicht klappte... Noch ein Versuch... wieder nichts. Ich hatte ja echt Angst, dass die Reise vorbei ist, bevor sie angefangen hat...  Nachdem Rocco und Anne alle Kontrollleuchten durchgegangen waren, den Ölstand geprüft hatten und alles noch so erdenkliche ausgeschlossen hatten und klar war, dass wir absolut keine Ahnung haben, was da los ist, versuchte Rocco es nochmal und Tadaaa! der Motor sprang an. 

Der erste Zwischenstopp war Birmingham, da ich über eine Website einen iPod gefunden hatte, den ich abholen wollte. Der Mann, der den verkauft hat war der totale iPod Geek, aber sehr nett und so konnten wir nach einer reibungslosen Geld-und-iPod-Übergabe dann auch gleich weiterfahren. Nächstes Ziel: Bath! In Bath war ich ja schon, deshalb habe ich nicht so viele Bilder gemacht. Wir liefen erst einmal ein bisschen durch die Gegend und gingen dann (endlich! stimmt's, Rocco!?  ) in einen HMV (CD, DVD-Laden). Mit kleiner Ausbeute wollten wir dann zu Sally Lunn's, um die berühmten Buns zu probieren, die ich ja schon mit Kristina probiert und für himmlisch befunden hatte... Dort war gerade kein Tisch frei, deshalb reservierten wir und liefen dann noch zu ein paar Sehenswürdigkeiten. Zurück bei Sally Lunn's stellte sich heraus, dass sie abends keine Buns mehr servieren (es war schon 19Uhr), weshalb wir dann einfach wieder gegangen sind. 

Wir beschlossen dann doch direkt nach Salisbury zu fahren, wo wir eine Unterkunft gebucht hatten. Auf dem Weg kehrten wir noch kurz in einen Pub ein, um etwas zu essen. Im Hostel kamen wir dann erst gegen 22.30Uhr an. Ich war in einem Frauenschlafsaal untergebracht; Rocco und Anne hatten ein Zimmer zu zweit in einem Nebengebäude. Da wir für den nächsten Morgen Stonehenge gebucht hatten, mussten wir uns schon um 4.30Uhr am nächsten Morgen zur Abfahrt treffen...

Sonntag, 25. Mai

Nach einer sehr sehr seeehr kurzen Nacht versuchte ich so leise wie möglich mein Bett abzuziehen und mich aus dem Zimmer zu schleichen... Noch nach Mitternacht kamen Leute in mein Zimmer zum Schlafen und waren nicht wirklich leise, sodass ich kaum schlafen konnte. Als dann um 3Uhr nachts eine auf die Toilette ging, den Schlüssel vergaß, plötzlich vor der verschlossenen Türe stand und das halbe Zimmer wachgeklopft hat, war es mit dem Schlaf dann komplett vorbei... Als ich mich dann mit Rocco und Anne traf, stellte sich heraus, dass ihre Zimmernachbarn eine Party veranstaltet hatten und wir alle gleich müde waren...  Egal: Auf zu Stonehenge! 

Bei Stonehenge angekommen, stand beim Informationstzentrum ein Bus, der uns dann zu den Steinen fahren sollte... Irgendwie waren nicht alle pünktlich, weshalb wir warteten und warteten und die Sonne schon aufging und ich langsam genervt war, weil ich Bilder machen wollte...  Aber dann ging es irgendwann doch los und gegen 5.40Uhr standen wir an einer der berühmtesten Stellen in England. Es war echt toll, kann ich euch sagen! Sehr teuer, aber das war es wert! Nach einer Weile erst haben wir dann bemerkt, dass man eigentlich nicht zwischen den Steinen herumlaufen darf. Normalerweise muss man von einer Absperrung aus schauen... Aber so früh morgens in einer Gruppe von ca. 20 Leuten, durften wir herumlaufen wie wir wollten... 

Zum Glück hatten wir auch einen sehr schönen Sonnenaufgang! Das einzige Negative war, dass das Gras nass war und meine Füße nach nur 10min auch. Und nachdem wir eine Stunde lang zwischen den Steinen rumgehopst waren, wurde es auch echt richtig kalt!

Nach diesem genialen Start in den Tag fuhren wir direkt weiter Richtung Plymouth, wo wir für die nächsten zwei Nächte eine Unterkunft hatten. Auf dem Weg hielten wir gegen 8Uhr noch bei einer Art American Diner, um zu frühstücken. Ich hatte Pancakes mit Ahornsirup! Yummi! Etwas verwirrt, weil es immer noch so früh war, ging es dann weiter mit einem Zwischenstopp bei Torquay. Dort an der Küste gibt es eine komplett andere Vegetation, als zum Beispiel bei Scarborough. War total schön dort und es hörte auf zu regnen kurz bevor wir aus dem Auto stiegen.  So war es eigentlich die meiste Zeit auf der Reise: wir sitzen im Auto, oder im Hostel/Hotel und es regnet... wir wollen draußen spazieren/herumlaufen/erkunden und es regnet nicht. 

Danach ging es dann in einer letzten Etappe nach Plymouth, wo wir in einem total süßen Hotel ziemlich abseits ein sehr großes Zimmer zu dritt hatten. Ich glaube wir kamen ungefähr gegen 15Uhr dort an und nachdem wir uns ein bisschen eingerichtet hatten, ließen wir uns in die Betten fallen... Als ich erst gegen 19Uhr wieder aufwachte, teilte mir Anne mit, dass Rocco mal eben mit dem Rad losgefahren ist (die beiden hatten ihre Räder dabei). Deshalb habe ich mich dann mit Anne nach draußen gesetzt und zu Abend gegessen. Als wir später wieder im Zimmer waren kam dann auch Rocco zurück und wir ließen den Abend mit Quatschen und Kartenspielen ausklingen. 

Montag, 26. Mai

Am Montag starteten wir gegen Vormittag Richtung Land's End. Rocco hatte am Tag zuvor was von einer Insel nahe der Küste gelesen, namens St. Michael's Mount, weshalb wir beschlossen dort einen Zwischenstopp einzulegen. Hat sich definitiv gelohnt! Das Wetter war hervorragend und wir sind vom Parkplatz aus am Strand entlang zu der Stelle gelaufen, von der man bei Ebbe rüber zur Insel laufen kann. Allerdings war gerade Flut, also konnte man nur mit einem Boot rüberfahren.  Wir ließen uns ein bisschen von der Sonne bescheinen und liefen dann gemütlich wieder zum Auto zurück. 

Dann ging es weiter zu Land's End. Durch den Reiseführer hatte Anne herausgefunden, wo wir am besten parken könnten. Also ließen wir dort das Auto stehen und liefen dann den Küstenweg rüber zu Land's End, was ungefähr eine Stunde dauerte. Auf dem Weg haben wir fleißig Quatsch gemacht, haben immer wieder neue Wege gefunden, oder zumindest gedacht wir hätten sie gefunden (gell, Anne? ) und haben natürlich auch fleißig Bilder gemacht. 

Als wir dann bei Land's End waren, war es auch schon Abend und die wenigen Läden und Vergnügungsaktionen hatten schon geschlossen. Also haben wir uns das Essen geteilt, das wir dabei hatten... Vier Kekse.  Und sind dann auf ein paar anderen Wegen (aber trotzdem immer an der Küste entlang) wieder zurück zum Auto gelaufen. 

Mit dem Auto ging es dann zurück zum Hotel, wo wir dann wieder Karten spielten. Da passierte dann noch etwas nicht so Erfreuliches, denn eine Frau stürzte und der Notarzt musste kommen und  so weiter... Ich möchte hier jetzt nicht ausführlich darüber schreiben, aber es war kein schönes Erlebnis.

Dienstag, 27. Mai

Am Dienstag fuhren wir nach Southampton. Auf dem Weg wollten wir eigentlich noch irgendwie auf die Isle of Wight rüberfahren, aber da die Zeit zu knapp und die Tickets für die Fähre zu teuer waren, haben wir uns dann doch dagegen entschieden. Stattdessen fuhren wir direkt zum Bed & Breakfast, das ich zwei Tage zuvor gebucht hatte und ruhten uns ein bisschen aus und aßen etwas. Rocco wollte sich dann nochmal hinlegen (für ihn war das ja schon der 9. Tag an dem er in England mehrere Stunden hinterm Steuer verbracht hatte und vorher war er mit Anne noch in Berlin unterwegs, ebenfalls mit dem Auto...) und Anne und ich machten uns auf, um die Stadt ein bisschen zu erkunden. 

Am Abend kam Rocco dann dazu und wir gingen gleich nochmal in den nächsten HMV.  Danach spazierten wir durch die Stadt und sahen uns noch ein bisschen um. Southampton hat mich ein bisschen an Birmingham erinnert, da dort auch sowohl sehr alte Gebäude oder Ruinen stehen, als auch sehr neue und moderne Gebäude.

Am Abend probierten wir dann ein Kartenspiel aus, dass Anne und ich uns gekauft hatten, was ganz witzig war und danach spielten wir wieder Rommé bis zum Umfallen.  In dem B&B hatten wir wieder ein Zimmer zu dritt und am nächsten Morgen sogar Full English Breakfast. 

Mittwoch, 28. Mai

Nach dem leckeren englischen Frühstück machten wir uns dann gleich auf nach London! Gegen Mittag kamen wir in Twickenham an, wo wir das Auto stehen lassen wollten. Glücklicherweise wurde gerade ein Parkplatz frei!  Für mich hieß es dann auch alle sieben Sachen zusammen zu sammeln, denn in London trennten sich unsere Wege und ich konnte nichts im Auto lassen, was ich auf meiner restlichen Reise noch brauchen würde.

Mit Stadtbahn und U-Bahn stürzten wir uns dann gleich ins Getümmel und suchten uns den Weg zum Hostel. Das Hostel machte von außen schonmal einen sehr guten Eindruck. Rocco und Anne hatten ein Zimmer zu zweit und ich hatte ein Bett in einem Schlafsaal für 18 Leute gebucht... Es war am Ende dann doch nur ein 10-Bett-Zimmer und außer meinem waren nur drei andere Betten belegt.

Nachdem alles mit den Zimmern abgeklärt war, liefen wir gleich los zur Tower Bridge. Von dort klapperten wir dann alles ab, was es entlang der Themse so alles gibt... Shakespeare's Globe Theatre, Millenium Bridge, House of Parliament usw... Damit hatten wir dann erstmal gut zu tun, denn bis man von der Tower Bridge bis zum House of Parliament gelaufen ist, dauert es schon eine Weile... und es dauert noch länger, wenn man von einem tollen Seifenblasen-Menschen aufgehalten und zum Staunen gebracht wird.  Da sind wir bestimmt 15min stehen geblieben und haben begeistert zugeschaut wie kleine Kinder... Echt faszinierend wie einfach man sowohl Kinder als auch Erwachsene begeistern kann. 

Danach ging die Tour weiter und nachdem wir dann auch das Westminster Abbey gesehen hatten, machten wir uns auf zum... na?... HMV!!  Nachdem wir dann eineinhalb Stunden (!!!) mit CDs & DVDs-kaufen verbracht hatten, waren wir echt kaputt! Meine Füße taten mir weh und ich wollte einfach nur noch sitzen... Das haben wir dann in einem Pub in der Nähe vom Hostel gemacht. Dort saßen wir bestimmt zwei Stunden, haben Burger und leckere Desserts gegessen und geredet geredet geredet, bis wir dann zum Hostel sind. Die Nacht war für mich auch einigermaßen ruhig. Die drei Jungs, die auch in dem Raum geschlafen haben, kamen irgendwann nachts und waren zum Glück relativ leise.

       

Donnerstag, 29. Mai

Am Donnerstag rief ich gleich morgens bei dem Hostel an, bei dem ich die nächste Nacht mit Lisa verbringen sollte, um zu fragen, ob ich mein Gepäck schon einmal vorbeibringen darf. Die gaben mir grünes Licht, weshalb ich mich auf den Weg zum anderen Hostel machte, während Anne und Rocco zum King's Cross fuhren, um zu frühstücken und sich das Gleis 9 3/4 anzuschauen. 

Als ich das Gepäck verstaut hatte, fuhr ich dann mit der U-Bahn zum British Museum, wo ich mich mit den beiden wieder treffen wollte. Wir liefen dann ungefähr drei Stunden umher und waren hin und weg... Ein riiiesiges Museum mit allen möglichen Ausstellungsstücken, die man sich nur vorstellen kann... Da Ferien waren, gab es auch ein ziemliches Gedrängel und es war ganz schön anstrengend sich einen Weg da durch zu bahnen. Irgendwann mussten Rocco und Anne sich dann aber auf den Weg machen nach Dover und es hieß Abschied nehmen. Ich bin mit den beiden noch ein Stück U-Bahn mitgefahren (und vorher Bus im Kreis oder so...), weil ich wieder zum Hostel wollte, um mich dort mit Lisa zu treffen, die mir in der Zwischenzeit geschrieben hatte, dass sie schon fast da ist. So hatten Anne, Rocco und ich einen recht unromantischen Abschied in der U-Bahn. 

An dieser Stelle noch einmal: Es war sooooo super, witzig, spannend und unkompliziert mit euch! Danke danke danke!!! Und passt auf meine Bücher, CDs, und den restlichen Krempel auf! 

Als ich dann am Hostel war, habe ich mit Lisa das Zimmer bezogen und wir haben erstmal über die interessante Bett-Konstruktion gelacht... (Bild seht ihr dann unten; ich habe in Bett Nr. 2 geschlafen und Lisa in dem oben drüber...) Nachdem wir ein bisschen gequatscht hatten (Lisa war genau wie ich mit zwei Freunden in Cornwall unterwegs bevor sie nach London kam), telefonierte ich mit Kristina und machte mit ihr aus, dass wir uns in Chinatown zum Abendessen treffen. Lisa und ich sind dann losgelaufen und nach ungefähr 30min kamen wir in Chinatown an und fanden auch sofort das Restaurant, wo uns ein Chinese mit den Worten "Ihr seid aber sehr spät!!!" begrüßte und an den Tisch von Kristina und Gabriel brachte.  (Kristina hat Gabriel in Schottland kennen gelernt und da er in London studiert, haben sie sich dort noch einmal getroffen.) 

Gemeinsam aßen wir zu Abend und hatten nette und sehr sehr witzige Gespräche. Kurz nach 18 Uhr mussten Lisa und ich langsam los zum Ticketbüro, um unsere Karten für "Les Miserables" abzuholen!!!!!!!  Deshalb haben wir uns dann verabschiedet und Lisa und ich sind losgehüpft zum Theater. Mit den Karten in der Tasche und Vorfreude-Schmetterlingen im Bauch haben wir uns dann gleich noch ein Eis gegönnt und uns an den Piccadilly Circus gesetzt. Um 19Uhr ging es dann endlich ins Theater!!! Um Punkt 19.30Uhr fing die Show an. Und es war soooooooo unglaublich toll!! Da ich den Film von 2013 gesehen hatte, dachte ich, dass mir das Musical live vielleicht nicht so gut gefällt, aber weit gefehlt! Live war es noch besser und mit gaaanz viel Gänsehaut!  

Nach der Show mussten wir natürlich beim Souvenir-Stand ein bisschen Geld lassen und dann sind wir noch zum Hard Rock Café spaziert. Dort habe ich das obligatorische T-Shirt gekauft... Ich weiß nicht mehr genau wann ich angefangen habe die T-Shirts aus den Hard Rock Cafés zu sammeln, aber ich habe jetzt schon Dublin, Edinburgh, Manchester, London, Glasgow, Rom, Berlin, München, Australien (als Mitbringsel bekommen), Budapest.  

Nach einer kurzen After-Party mit Modenschau in unserem Zimmer ging es dann ab ins Bett! 

Freitag, 30. Mai

Gegen 10Uhr machten wir uns am Freitag auf den Weg zur Victoria Station. Das Ticket für die U-Bahn wollten wir uns sparen, also gingen wir zu Fuß, was ungefähr eine Stunde dauerte. Vorbei am Buckingham Palast, wo die Fahnen geweht haben und Barrikaden aufgestellt waren, weswegen wir uns fragten: Was geht da ab? Ein Polizist informierte uns dann, dass "Changing of the guards" gleich stattfindet und dass die Queen am nächsten Tag ihren Geburtstag feiert... Aha... 

Wir haben den Tumult dann einfach ignoriert und sind weiter zum Bahnhof und von dort mit dem Zug nach Hove.

Auf dem Weg musste ich unbedingt noch meinen neuen Freund und Reisebegleiter fotografieren.   Wer die Autorin Beatrix Potter kennt, sollte auch diesen Hasen kennen. Peter Rabbit! Beatrix Potter lebte um 1900 herum und war eine bekannte englische Kinderbuchautorin und -illustratorin. Peter Rabbit ist die bekannteste Figur. Als Anne und ich diesen kleinen Hasen im britischen Museum gesehen haben, sind wir beide fast ausgeflippt, weil wir den so toll und süß fanden!!  Ich war dann kurz davor ihn mir zu kaufen... Anne nahm mir dann aber die Entscheidung ab und kaufte ihn für mich als spätes Geburtstagsgeschenk.  DANKE! 

In Hove angekommen suchten wir erst einmal unsere Unterkunft... wieder eine etwas seltene Bettaufteilung... 

Nachdem wir das Zimmer dann fertig inspiziert und uns eingerichtet hatten, liefen wir los nach Brighton. Eigentlich gehört Hove glaube ich sogar zu Brighton. Zu Fuß sind wir am Strand entlang gelaufen und waren nach ca. 40min dann am Pier in Brighton. Von dort liefen wir dann weiter zum Royal Pavillon, der aussieht wie ein Gebäude aus Tausend-und-eine-Nacht, aber nicht wie eines aus England. 

Von dort sind wir dann durch die Stadt spaziert. Brighton ist eine total schöne Stadt mit vielen kleinen alternativen Läden und einer tollen Atmosphäre. Irgendwann verirrten wir uns dann ganz rein zufällig in einen HMV...  und am Abend gingen wir zum Essen mal wieder in einen Nandos.  Also Nandos hab ich jetzt auch schon genügende ausprobiert... In Manchester, Bradford, London, Glasgow, Cardiff und Brighton. Viermal davon mit Lisa... Ich erkenne ein Muster. 

Danach sind wir bei Sonnenuntergang wieder am Strand zurück nach Hove gelaufen. Total schön!! Im Hostel waren dann drei Jungs bei uns im Zimmer mit denen wir ein bisschen gequatscht haben. Zwei Franzosen und ein Japaner, die alle nett waren und erst irgendwann nachts zum schlafen wieder vom Partymachen zurückkamen.

Samstag, 31. Mai

Am Samstag hatten wir ein sehr interessantes Frühstück... Es gab zwei unterschiedliche Essensräume, einen für die Leute aus Privatzimmern und einen für die Leute aus den Schlafsälen. Buisness class und economy sozusagen. Unserer sah deshalb nicht sonderlich schick aus... Das Essen bestand aus Milch, Cornflakes oder Toast mit Marmelade... Allerdings musste man die Butter aus einer Art Riesen-Eispackung kratzen und die Marmelade aus einem silbernen ähm Trog... Wir haben uns gefühlt wie Vieh. Aber naja, Essen ist Essen... 

Danach hatten wir noch ein bisschen Zeit bis wir auf den Zug mussten, weshalb wir uns erstmal am Strand von der Sonne bescheinen ließen. Als es dann Zeit war, gingen wir noch kurz zum Tesco und dann zum Bahnhof. Erst mussten wir von Hove wieder nach London fahren, was kein Problem war. In London war dann aber die Hölle los! Wir mussten nur von London Victoria mit der U-Bahn zu London St. Pancras, aber das war schon schwierig genug. Irgendwie wollte alle Welt die Parade sehen für die Queen. Irgendwann haben wir es dann zumindest bis zu der Stelle geschafft, wo unsere U-Bahn abfuhr. Die erste war so voll, dass wir keine Chance hatten. In die zweite haben wir reingepasst, aber standen an die Türe gequetscht. 

An St. Pancras haben wir dann bald unseren nächsten Zug gefunden, mit dem wir bis Sheffield gefahren sind. Von dort ging es mit einer kleinen Bahn bis nach Hathersage, unserem Ziel im Peak District! Die Ruhe! Herrlich!  An dem Tag hatten wir den extremen Kontrast von London (Großstadt) und Hathersage (wenig Menschen, viel Landschaft).

Auf dem Weg zum Hostel haben wir den genialsten Buchladen der Welt entdeckt: da standen ein paar Kisten auf einer Mauer und ein Hinweis, man soll einen Pfund pro Buch in ein Rohr fallen lassen. Da mussten wir natürlich zugreifen.  Im Hostel haben wir uns dann gleich sehr wohl gefühlt. Nachdem der Besitzer mitbekommen hatte, dass wir Deutsche sind, kramte er ganz stolz sein Schul-deutsch hervor. Wir bezogen gleich die Zimmer (dieses Mal völlig normale Stockbetten) und nutzten dann das gute Wetter um ein bisschen umher zu spazieren und die Landschaft zu genießen... und um ein spontanes und sehr albernes Fotoshooting zu veranstalten.  Erst relativ spät kamen wir wieder zurück und setzten uns dann noch mit unseren Büchern vor die Jugendherberge. Ein schöner und sehr entspannter Tag.

   

Sonntag, 1. Juni

Am Sonntag bekamen wir ein Full English Breakfast und nachdem wir unser Gepäck verstaut hatten, starteten wir zu einer kleinen Wanderung. Ich hatte auf meinem Smartphone eine Wanderkarte und eine Wegbeschreibung heruntergeladen und damit machten wir uns auf den Weg. Vorbei an Bronte's Cottage, weiter durch einen Wald, den Berg nach oben Richtung Stanage Edge (Steinkante). Von dort oben hat man eine geniale Aussicht und viele Möglichkeiten Bilder zu machen... Von der Landschaft... Oder von sich selbst als Superhero oder so...  Irgendwann ging es dann weiter und wieder runter von dieser Steinkante... Lisa und ich haben natürlich die ganze Zeit über Gott und die Welt gequatscht. Über Wiesen, Felder, Matsch liefen wir dann wieder Richtung Tal und die Sonne schien die ganze Zeit! 

Viel früher als gedacht waren wir wieder zurück am Hostel und beschlossen deshalb schon früher wieder mit dem Zug nach Hause zu fahren; Lisa nach Manchester und ich nach Scunny. Leider mussten wir uns dann eben auch früher verabschieden.  Aaaaaaber es war mit Sicherheit nicht das letzte Mal, dass wir uns gesehen haben! Weitere Trips, Besuche in den Westen etc. werden folgen... 

Ich musste dann mit der Bahn nach Sheffield, von dort mit einem Ersatzbus nach Doncaster und von dort mit der Bahn nach Scunthorpe. Drei Stunden später lief ich dann zu Fuß nach Hause.

So ging meine letzte Reise zu Ende und ich kam mit noch mehr gemischten Gefühlen nach Hause. Ich habe so tolle Sachen erlebt und habe so vieles, auf das ich mich freuen kann und trotzdem ist da eben dieser Abschied, von etwas, das für 8 Monate mein Alltag und mein Zuhause war. Himmelhochjauchzend, zutodebetrübt verstehe ich besser denn je. 

04Juni
2014

Du bist ein Glückskind...

... schrieb mein Papa und hat recht! 

Ja, ich lebe noch und bin auch wohlbehalten von meiner Reise zurück gekehrt! Am Montag hat mich dann die Melancholie vor dem Blogeintragschreiben abgehalten und gestern und heute hatte ich zum einen wenig Zeit und zum anderen kämpfe ich momentan mit meinem Laptop um den letzten Speicherplatz. Bevor ich einen Blogeintrag schreiben kann, muss ich ja erst einmal die Bilder aussortieren, bearbeiten und auswählen... Auf meiner letzten Reise habe ich um die 1500 Bilder gemacht und das dauert eben... Deshalb dachte ich mir, ich gebe mal wieder ein Lebenszeichen von mir und schreibe, was alles AUßER der letzten Reise hier so passiert... 

So, nun was hat es mit dem Glückskind aufsich? Am Freitag vor meiner Reise kamen Rocco und Anne vorbei zum großen Frühstück, was schonmal ein guter Start in den Tag war! Danach bin ich dann ein letztes Mal zur Schule geradelt, um eine letzte Stunde zu arbeiten. Ich sollte eine mündliche Prüfung einzeln mit den Schülern machen, was etwas merkwürdig war für eine letzte Stunde für mich und die letzte Stunde vor den Ferien für die Schüler, aber es hat ganz gut geklappt... Danach bin ich dann ab nach Hause und hatte nicht viel Zeit, bis ich wieder losmusste zum Abschiedsessen im Bellinis. In dieser kurzen Zeit kam eine Mail, dass ich als Ferienarbeiterin beim Benz angenommen wurde! Juhu!  Das habe ich dann natürlich gleich ein paar Leuten geschrieben, und mein Papa meinte ich sei ein Glückskind. Also bin ich überglücklich durch den Regen zum Restaurant geradelt und kam dort ziemlich nass und zu spät an.  Dort haben Kathy und Ian mir dann gleich ein Abschiedsgeschenk überreicht, von dem ich immer noch hin und weg bin!!! Theoretisch ist es ein Räuschermännchen... Allerdings ist es kein Männchen, sondern ein Häuschen (ein englisches Tudor Haus), bei dem der Duft/Rauch aus dem Schornstein kommt. Total süß! Ich habe leider kein Bild gemacht und das Geschenk dann gleich Anne & Rocco mitgegeben. Ihr müsst mir also einfach glauben, dass es total toll ist!  

An dem Abend haben wir dann gemeinsam gegessen und nach und nach haben sich die Lehrer von uns Assistenten verabschiedet. Kathy und Ian haben mir versichert, dass sie mich unbedingt noch zum Essen ausführen möchten, also war klar, dass ich sie noch einmal sehen werde. Nach dem Essen sind wir Assistenten dann noch in einem Pub gelandet und gegen halb elf war ich dann wieder auf dem Heimweg. Während der Heimfahrt wusste ich gar nicht ob ich traurig oder fröhlich sein soll... Abschiede sind eben immer traurig, aber der Tag war auch einfach so schön mit Rocco und Anne, der Zusage für den Ferienjob und dem süßen Geschenk von Kathy und Ian... Ich bin eben ein Glückskind. 

Am Samstag ging es dann nach einem Frühstück los gen Süden... *Erzählung folgt* 

Seit letztem Sonntagabend bin ich wieder in Scunthorpe und die meiste Zeit verwirrt, weil jetzt alles schon vorbei ist, oder verzweifelt, weil mein ganzer Krempel einfach nicht in mein Gepäck passt... Gestern Abend war ich dann noch mit Kathy und Ian Essen, was total schön und gemütlich war! Ich werde die beiden auf jeden Fall vermissen! Und sie haben mir direkt nochmal ein Geschenk mitgebracht... Wo ich ja soooo viel Platz in meinem Gepäck frei hab.  

Gestern und heute habe ich mich auch mit Kristina getroffen und ihr mein Leid geklagt... Sie muss auch packen, hat also ähnliche Probleme und geteiltes Leid ist halbes Leid... 

Heute war ich dann das letzte Mal im College und habe noch mit drei Studenten gequatscht. War ein schöner Abschluss, aber auch komisch und traurig.

Morgen werde ich noch ein letztes Mal in die Stadt fahren, hier alles putzen und fertig packen, in der Hoffnung, dass über Nacht mein Koffer wächst... Ob ich ihn mal gieße!? An dieser Stelle auch ein Dankeschön an meine Familie und an Anne & Rocco!!! Wenn die nicht wären, hätte ich ne Menge Geld fürs Pakete-schicken ausgeben müssen. Eigentlich echt faszinierend, dass ich immer noch soviel Kram hier habe, obwohl Anne und Rocco letzte Woche jeeeede Menge schon mitgenommen haben.  Ihr seht schon, worum meine Gedanken sich drehen... Deshalb schreibe ich jetzt auch gar nicht weiter, sondern versuche mich und mein Zimmer noch ein bisschen zu ordnen und vielleicht schaffe ich es ja auch noch die ganzen Bilder zu sortieren... Wünscht mir Glück! 

22Mai
2014

The final countdown...

Es ist unglaublich wie gerade die Zeit vergeht! In zwei Wochen bin ich schon fast wieder Zuhause, dabei habe ich mich gefühlsmäßig gerade erst richtig hier eingelebt. Aber ich habe ja auch schon ein paar Mal erwähnt, dass ich mich sehr auf zu Hause freue... Von daher ist der Abschied jetzt irgendwie traurig und gleichzeitig auch irgendwie schön.

Letzten Samstag kam Kristina mittags zum Backen vorbei. Sie musste noch ein paar Zutaten verbrauchen, ich hatte auch noch ein paar, die ich nicht mehr brauche und so sind Apfeltaschen, Rabarbertaschen und Croissants draus geworden! War lecker! 

Abends bin ich dann zu José (Spanischlehrer am College) gefahren, da er Geburtstag hatte. Das war erst ein Hin und Her, weil Marta uns Assistenten irgendwie eingeladen hat, anstatt er selbst und wir wussten ganz lange nicht wann und wo und so weiter... Ich glaub das ist typisch spanisch... Bei uns Deutschen würde es sowas eher nicht geben!  Am Ende musste ich mir dann noch überlegen wie ich dahin komme, denn José wohnt gaaaanz im Nordwesten von Scunthorpe. Mit dem Fahrrad sind das laut google 20min, also hab ich eben noch eine kleine Radtour gemacht. Und wie immer hatte ich nicht bedacht, dass, auch wenn eine Karte flach ist, es eventuell Steigungen gibt etc...  Auf dem Hinweg ging es dann mehr und mehr bergab... Da hab ich mich dann gefreut und gleichzeitig gedacht: Ahhh, der Heimweg wird anstrengend! 

Bei José war es dann ganz lustig. Ganz viele Spanier waren da und eben wir Assistenten. Es gab Kleinigkeiten zu Essen und wir hatten gute und lustige Gespräche. 

Den Heimweg habe ich dann auch ganz gut gemeistert! Im ersten Gang den Berg hoch gehechelt und ab nach Hause.

Am Sonntag hat mich mal wieder der Vogel geweckt! (ich weiß nicht ob Helen überhaupt was "dagegen" tun möchte... mich stört es eigentlich nicht, aber an ihrer Stelle würde ich mal einen Blick da hochwerfen, weil da ja erstens irgendwo ein Loch im Dach sein muss und zweitens der Vogel sicher schon einige Hinterlassenschaften verbreitet hat... )

Am Vormittag bin ich dann zum Supermarkt, um ein paar Kleinigkeiten zu kaufen und um 14Uhr lief ich zu Amanda, weil wir alle bei ihr zum Barbecue eingeladen waren. Amanda wohnt mit ihrem Mann und zwei Kindern in einem recht großen Haus und sie haben einen riiiiiesigen Garten! Der Hammer! Das Wetter spielte auch mit und so hatten wir einen total schönen Nachmittag in der Sonne bei über 20Grad und seeehr leckeres Essen! 

 Nicolas, ich, Marta, José, Tom (sonst waren noch mit dabei: Masha, eine Freundin von ihr, Amanda, Amandas Mann Martin und die Kinder Lily und Charlie + Kumpel. 

Zwei kleine Zwischenfälle gab es allerdings auch... Kurz bevor wir mit dem Essen anfingen, ging ich ins Haus auf die Toilette. Als ich wieder rauswollte, waren plötzlich alle Türen zum Garten abgeschlossen... Die haben nämlich keine Terassentüre, die man immer von innen aufmachen kann, sondern richtige Türen, die sie dann von außen abgeschlossen haben, weil sie wohl nicht mitbekommen haben, dass ich auf die Toilette gegangen bin...  Das fängt ja schon super an, dachte ich mir! Zum Glück steckte bei der Eingangstür ein Schlüssel, so konnte ich dann aus der Haustür raus, um das Haus herum und dann in den Garten. Amanda hat sich nicht mehr eingekriegt und sich tausend Mal entschuldigt, als ich mit einem Grinsen und dem Schlüssel in der Hand vor ihr stand. 

Der zweite Zwischenfall ist Marta passiert... Marta liebt Tiere und Amanda hat zwei Meerschweinchen. Nach dem Essen hat sie dann eins geholt und Marta hat es auf dem Schoß gehabt. Da war sie dann im siebten Himmel, hat das arme Tier abgeknutscht und gestreichelt... Plötzlich hebt sie das Meerschweinchen ganz schnell hoch und sagt "Iiiiiihhh es hat mich angepinkelt!!!"... Das war sooo lustig! 

Am Montag habe ich die Seele baumeln lassen, viel gelesen und die Sonne genossen!!! Kurz vor 19Uhr hat mich dann Sue vom Chor abgeholt und wir sind mit noch zwei anderen Frauen (Chris und Sharon) zu einem indischen Restaurant in Ashby gefahren. Da hab ich dann schonmal auf der Speisekarte rein gar nichts verstanden...  Ein bisschen haben sie mich beraten, denn die Frauen sind Stammgäste dort... Dann haben wir einfach wild drauflos bestellt und alles in die Mitte gestellt, sodass jeder von jedem probieren konnte. Ich hab jede Menge probiert und fast alles war absolut lecker! Als Hauptgericht hatte ich Chicken Tikka Masala bestellt, was ein sehr bekanntes indisch-englisches Gericht ist. Seeeehr lecker!!!  

Nach dem Festschmaus hat Sue mich dann wieder nach Hause gebracht und wir haben uns verabschiedet. Leider konnten wir keinen gemeinsamen Termin mehr finden, denn sie wollte mit mir eigentlich noch einen Tagesausflug machen. Da ich aber sicher mal wieder nach England komme, werden wir das vielleicht irgendwann nachholen. 

Gestern (Mittwoch) bin ich dann nochmal zum Supermarkt und habe dort eine Pflanze (Bromelia) für das Kollegium der Schule gekauft. Wir Assistenten hatten uns darauf geeinigt, dass wir einen Kuchen backen und eine Pflanze kaufen, als kleines Dankeschön. Um die Pflanze habe ich mich gekümmert und mich dann bei der Deko ein bisschen kreativ ausgetobt. An der Schule und am College habe ich diese Woche insgesamt natürlich noch weniger Zeit als sonst verbracht und es geht alles dem Ende zu. Bei der Schule macht mir das nichts aus, aber am College sind mir die 5 Studenten aus dem zweiten Jahr in der letzten Zeit sehr ans Herz gewachsen und ich finde es echt schade, dass ich sie bald nicht mehr sehen werde.

Heute (Donnerstag) hätte ich eigentlich zum College gehen müssen, aber da ich donnerstags nur die Studenten aus dem ersten Jahr habe und die alle ihre Klausur schon geschrieben haben, konnte ich Zuhause bleiben. Gegen Mittag lief ich dann mit der Pflanze unterm Arm zur Schule, denn dort wurde von den Lehrern ein Lunch für uns "angerichtet". 

Die Lehrer haben sich sehr über die Pflanze und den Kuchen gefreut. Wir haben dann alle gemeinsam gegessen und James hat uns verschiedene Fragen gestellt, wie "Was war das Merkwürdigste, das euch hier passiert ist?" usw.  Dann hat jeder von uns noch eine Karte bekommen in der ein paar liebe Worte von allen Lehrern standen und dazu ein kleines Büchlein mit Wissenswertem über Lincolnshire. 

 Mir ist tatsächlich erst heute aufgefallen, dass ich die Größte von uns Assistenten bin. 

Viel zu schnell war das Essen um und alle mussten wieder zurück an die Arbeit, bis auf Masha und ich, wir sind nach Hause gegangen. Und jetzt sitze ich hier, schreibe und warte darauf, dass Anne und Rocco sich melden. Die müssten ja demnächst hier, bzw. auf dem Weg sein. 

Masha hat noch ein paar Bilder geschickt, die sie auf ihrem Handy gefunden hat:    Ich weiß nicht mehr genau was wir auf dem letzten Bilder versucht haben, aber es sieht lustig aus.

Ich weiß nicht, ob ich vor meiner nächsten und letzten Reise noch einmal zum Schreiben komme, deshalb gebe ich euch jetzt einfach einen Ausblick, was mich noch so erwartet:

Freitag, 23.5.: Letzter Tag in der Schule, Abschiedsessen abends im Bellini

Samstag, 24.5.: mit Rocco und Anne auf nach Salisbury

Sonntag, 25.5.: früh morgens Besichtigung von Stonehenge und dann weiter nach Plymouth, wo wir für zwei Nächte bleiben

Dienstag, 26.5.: von Plymouth geht es Richtung London und wir werden uns spontan irgendwo auf dem Weg eine Unterkunft suchen 

Mittwoch, 27.5.: ab nach London!

Donnerstag, 28.5.: Personenwechsel: Anne und Rocco fahren Richtung Dover und dann heim, ich bleibe in London und treffe mich dort mit Lisa (und wahrscheinlich noch mit Kristina, denn sie ist zufällig zu dem Zeitpunkt auch in London); abends gehe ich dann mit Lisa ins Musical "Les Miserables"

Freitag, 29.5.: Lisa und ich fahren runter nach Brighton ans Meer

Samstag, 30.5.: ab zum Peak District nach Hathersage, zum Entspannen und Wandern

Sonntag, 1.6.: Lisa fährt nach Manchester und ich fahre zurück nach Scunthorpe

Nach der Reise habe ich dann noch 4 volle Tage hier, in denen ich zum Beispiel packe, noch ein letztes Mal zum College gehe, mich mit englischer Schokolade eindecke , shoppen gehe,... Ob denn auch alles klappt, so wie ich das jetzt theoretisch aufgelistet habe, erfahrt ihr dann Anfang Juni! 

Bitte drückt mir die Daumen, dass das Wetter wieder besser wird!!! Bis gestern war das Wetter genial! Fast nur Sonnenschein bei über 20Grad... Heute hat es um die 13Grad und es regnet... 

Ich werde die letzte Reise zwar auch bei Regen genießen, aber ihr könnt mir ja trotzdem mal die Daumen drücken!! 

15Mai
2014

Update & Dankeschön

Helen ist wieder da!!! Sie kam gestern Vormittag völlig erschöpft hier an. Sie musste Montag auf Dienstag am Flughafen übernachten/warten, ist dann am Dienstag spätabends in Manchester gelandet und musste dann dort noch einmal in einem Hotel übernachten, da so spät keine Bahn mehr fuhr. Viel geredet haben wir gestern dann nicht mehr, weil ich unterwegs war und sie sich ausgeruht/geschlafen hat. 

Der Vogel wohnt immer noch über mir. Er weckt mich jeden Morgen gegen 7Uhr (hab schon überlegt mal keinen Wecker zu stellen ) und kommt und geht dann zwischen 8 und 10Uhr. Helen's Papa weiß Bescheid und wird die Tage wohl mal durch mein Zimmer auf den Dachboden steigen um nachzuschauen wie es da oben aussieht und wo da ein Loch im Dach ist.  

Am Dienstag habe ich nochmal hier mein Zimmer ausgemistet und überlegt was ich noch brauche und was ich nächste Woche Anne & Rocco mitgeben kann. Wenn ich nachher noch Lust habe, veranstalte ich mal ein "Probe-packen" (in der Hoffnung, dass alles einigermaßen passt...).  Während ich so am Ausmisten war, wurde es draußen plötzlich total dunkel, dann hat es angefangen zu schütten wie blöd und irgendwann hat es geblitzt und gedonnert. Mein erstes Gewitter in England!!!! 

Gestern war ich mit Kristina in der Stadt und habe noch ein paar Kleinigkeiten für das Abschiedsgeschenk für Kathy und Ian besorgt. Von Masha kam gestern die Idee, wir könnten uns Kapuzenpullis kaufen von der Schule. Alle Elftklässler, die dieses Jahr mit der Schule fertig sind, haben ein T-Shirt oder einen Pullover, auf dem das Emblem der Schule und eine 14 bestehend aus den ganzen Namen der Schüler sind. Ist natürlich auch ein schönes Erinnerungsstück für uns Assistenten. Ich hatte mir schon überlegt eine Kapuzenjacke vom College zu kaufen, aber die gefällt mir nicht so richtig...

Heute sind wir Assistenten also rüber in ein anderes Gebäude, in das Büro von Stephanie, die für Schuluniformen & sonstige Kleidung zuständig ist, um bei ihr für den Pulli zu bezahlen. Nachdem wir die Größe geklärt hatten, meinte sie plötzlich: "Ja, es hat sich damit alles erledigt! Amanda hat alles geklärt..." Wir waren total verwirrt und meinten: "Wie, was ist geklärt?", und sie: "Amanda hat gesagt es ist alles geklärt. Ich möchte kein Geld von euch!!!" Unsere Reaktion: "WAS?? Ohhhhh aawwwww!!!"  Wir waren total gerührt, sind dann wieder zurück zu Amanda und haben uns bedankt. Laut Amanda haben die Sprachenlehrer besprochen, dass sie uns die Pullis schenken. Total toll!  

Wahnsinn, wie schnell gerade die Zeit vergeht... In einer Woche kommen Rocco & Anne hier an und in genau drei Wochen werde ich hier meinen letzten Abend verbringen. Acht Monate England. Vorbei.

Bevor ich jetzt melancholisch werde, bedanke ich mich lieber!! Und zwar hierfür:

Ich hab soooo viele Postkarten/Briefe/Geburtstagspost... bekommen... von Zuhause, aus Berlin, Poel, Hamburg, Seefeld, Heidelberg, Jena, Genf, Santiago de Compostela,...; vielen lieben Dank dafür! Ich konnte leider nicht alle aufhängen, sonst hätte ich keinen Spiegel mehr gehabt, aber ich habe alle Karten sicher verwahrt!  Danke danke danke!!!

AUFRUF: Alle, die etwas Bestimmtes aus England haben wollen, sei es Schokolade oder sonst irgendetwas: Noch habt ihr die Möglichkeit! Noch kann ich Päckchen verschicken, oder Sachen in mein Gepäck packen... 

12Mai
2014

Wieder eine Woche um...

Ja, wieder ist eine Woche um und meine Zeit hier neigt sich immer schneller dem Ende zu. In vier Wochen bin ich schon wieder in Deutschland. Ich freue mich darauf, aber trotzdem ist es irgendwie traurig wieder zu gehen, da ich mich jetzt erst langsam hier richtig eingelebt habe. Es sind auf jeden Fall gemischte Gefühle, die ich auch nicht so richtig einordnen kann. Aber eins weiß ich ganz sicher: Ich freue mich absolut megamäßig auf die erste Dusche Zuhause in Deutschland!!! Ich weiß nicht, ob ich das je erzählt habe, aber der Wasserdruck hier ist sehr sehr gering und es dauert eine Ewigkeit bis meine Haare erstmal nass sind. Auch die Wasserstärke ist hier viel höher als in Deutschland, was meine Haare irgendwie gar nicht mögen... Außerdem sind meine Haare inzwischen sehr lang und brauchen (nach fast einem Jahr) dringend mal wieder einen Friseur! Da ich hier nicht unbedingt gehen möchte und es ja nur noch 4 Wochen sind, werde ich in Deutschland dann so schnell wie möglich meine Haare abschnibbeln lassen! 

Letzte Woche hatte ich größtenteils mal wieder nichts zu tun... Am Dienstag hing ich vormittags in der Schule rum und ging dann mit Marta zu mir nach Hause. Wir aßen gemeinsam zu Mittag und ließen uns über die Schule aus. Marta ist frustriert, weil sie mehr Stunden arbeitet, als sie eigentlich müsste und ich bin frustriert, weil ich weniger Stunden arbeite, als ich müsste und in den Stunden dann auch noch meistens nur rumsitze.  Marta hat mir dann auch noch ein verspätetes Geburtstagsgeschenk überreicht: ein Buch! Als ich mit ihr in Cambridge war, hätte ich fast ein Buch gekauft, hab mich dann aber zurückgehalten. Sie hat es dann gekauft und mir jetzt mit Widmung geschenkt. 

Am Mittwoch musste ich nur Mittags zum College, was relativ angenehm war und wo ich tatsächlich auch ein bisschen was zu tun hatte. Direkt nach dem College fuhr ich dann zu Kristina und nach ca. 3 Stunden Quatschen (und Rezepte besprechen für Samstag) dann wieder nach Hause.

Am Donnerstag habe ich nichts Spannendes gemacht... Am Freitag war ich morgens wieder am College. Nur eine Schülerin tauchte auf... aber immerhin hatte ich anschließend noch ein langes und interessantes Gespräch mit Ian über Sprachen, Dialekte usw. Mittags musste ich dann noch in die Schule zum German Club, wo niemand auftauchte... dann hatte ich eine Vorbereitungsstunde, in der ich nichts zum vorbereiten hatte und dann noch eine richtig echte Unterrichtsstunde!!!  Der Wahnsinn, oder? Ich arbeite hier wie verrückt und bin kurz vorm Burnout. *Ironie*

Nachmittags war ich dann so müde vom Nichtstun, dass ich fast direkt ins Bett gegangen bin... Zwischendurch habe ich noch Helen eine Nachricht geschrieben, auf die sie nicht geantwortet hat. Ich dachte ja, sie würde am Freitag wieder nach Hause kommen.

Auch am Samstagmorgen war Helen noch nicht wieder da und hatte mir auch nicht geantwortet, weshalb ich mir langsam Sorgen machte. Nichtsdestotrotz fuhr ich dann am Vormittag zu Kristina, um mit ihr den Tag über ein Menü für den Abend vorzubereiten, da wir ja ihre Gasteltern (und uns selbst) bekochen wollten.

Zunächst machten wir Teig für Maultaschen, dann die Füllung... Dann die Vorspeise (Würzfleisch). Dann wurden die Maultaschen gekocht. Dann haben wir den Teig für den Nachtisch (Kaiserschmarrn) gemacht. Dann Gemüse angebraten und die Maultaschen dazu... usw! Es klingt relativ einfach, aber es war jede Menge Arbeit! Ich bin ja nun nicht so die Köchin, sondern backe viel lieber und Kristina hat auch nicht viel Erfahrung im Kochen... Aber gemeinsam haben wir das ganz gut gemeistert und gegen 18.30Uhr war das Essen angerichtet!! 

  Vorspeise: Würzfleisch mit Käse überbacken 

Hauptgericht: Gemüse-Maultaschen-Pfanne mit selbstgemachten Maultsachen 

Nachtisch: Kaiserschmarrn (mit Vollkornmehl) mit Beeren und Rabarber 

 

Die Vorspeise hat mir persönlich am besten geschmeckt. Bei den Maultaschen bin ich verwöhnt von den Supermarkt-Maultaschen, deshalb hat mir der typische Geschmack gefehlt und Kaiserschmarrn schmeckt einfach immer...

Nach dem Essen fing dann der Eurovision Song Contest an, den Kristina und ich uns mit ihrer Gastmutter ansahen. Vor der Punktevergabe fuhr ich dann nach Hause, weil es schon recht spät war. Im Laufe des Tages hatte ich Helen noch einmal geschrieben, aber wieder keine Antwort erhalten. Als ich gegen 22.30Uhr am Samstag nach Hause kam, war sie immer noch nicht da und ich beschloss ihrer Schwester zu schreiben. Kurz vor Mitternacht kam dann aber doch noch eine Nachricht von Helen: Der Empfang sei schlecht und sie sei noch in Spanien. Da sie mit ihrer Freundin so viel Spaß hat, haben sie beschlossen noch länger zu bleiben und erst am Montagabend wieder zurück zu kommen. Da war ich dann erleichtert!

Gestern, am Sonntag, wachte ich gegen 8.30/9Uhr von komischen Geräuschen auf. Erst dachte ich die kommen von den Nachbarn, da hier ja alles so hellhörig ist. Aber schon nach kurzer Zeit war mir klar: Die Geräusche kommen von über mir. Da ist der Dachboden. Und es klingt so, als sei es ein Tier. Hilfe! Ich lauschte dann eine Weile und konnte irgendwann ein flattern hören... dann ein zwitschern. Ein Vogel!  Der Arme, dachte ich, und schrieb eine weitere Nachricht an Helen, ob ich durch die Luke in meinem Zimmer auf den Dachboden komme. Sie antwortete dann, dass ich das machen könne und dass sie die Geräusche auch schon einmal gehört habe... Da die Geräusche immer mal wieder da waren und dann wieder nicht und es auch nicht nach einem Vogel klang, der panisch versucht einen Weg rauszufinden, lies ich die Dachluke lieber verschlossen... Wer weiß wie es da oben aussieht. Gerade ist er wohl wieder "nach Hause gekommen", denn ich kann ihn oben rascheln hören. Er kennt wohl den Weg rein und raus und baut sich vielleicht ein Nest.  

Ansonsten habe ich gestern und heute nicht viel gemacht: Rumgelegen, Filme geschaut, gelesen... Seit Beginn des Jahres habe ich um die 23 Bücher gelesen... und viel zu viele gekauft. 

Diese Woche wird wohl auch recht ereignislos sein. Am Mittwoch gehe ich mit Kristina in die Stadt, am Freitag gehen wir indisch Essen und am Sonntag bin ich zum Barbecue bei Amanda (Sekretärin) eingeladen. Am Donnerstag in einer Woche kommen dann schon Anne und Rocco hier an und zwei Tage später fahren wir los und erkunden den Süden! Das ist dann meine letzte große Reise hier.  

Bis bald, ihr Lieben!

P.S.: Helen hat noch einmal eine Nachricht geschrieben: Ihr Flug hat 14h Verspätung(!!!!) und sie hat keine Ahnung, wann sie hier ankommt...

05Mai
2014

Die Schule und andere Katastrophen...

Nach dem Tagesausflug nach Birmingham, ließ ich mich am Dienstag auch mal wieder in der Schule blicken. Die Woche direkt nach den Ferien war ich ja nur am College, deshalb freute ich mich darauf auch die Leute von der Schule nach über 3 Wochen mal wieder zu sehen. Das Wiedersehen war dann aber irgendwie nicht so toll, wie ich dachte... Insgesamt fühlte ich mich ziemlich ignoriert und überflüssig... Kathy gab mir eine kleine Aufgabe, also hatte ich in einer Unterrichtsstunde etwas zu tun mit den Schülern. In der nächsten meinte sie, ich solle etwas vorbereiten, weil sie die Schüler nicht zu mir schicken möchte während der Stunde, denn die würden momentan ja nur lernen... Ich verstehe mich gut mit Kathy, aber sie hat eigentlich nie wirklich Arbeit für mich, was mich echt nervt. Ich war am Dienstag total motiviert und hatte echt Lust darauf mit den Schülern zu arbeiten. Dementsprechend schlecht gelaunt war ich dann, als mich Kathy (nach dem komischen Wiedersehen mit allen anderen) ins Büro schickte, um dort irgendein Arbeitsblatt vorzubereiten. Die Zeit an der Schule empfinde ich leider als absolute Zeitverschwendung (und Geldverschwendung... denn die Schule zahlt ziemlich viel für die Assistenten)... 

Etwas später besserte sich meine Laune dann wieder ein bisschen: Ein Mädchen kam ins Büro und brauchte Hilfe. Als sie wieder weg war, kam kurz darauf ihre Lehrerin, um etwas zu holen und meinte dabei zu mir: "Meine Schülerin hat gerade gesagt, dass die Frau mit der Brille im Büro total nett ist!". Das hat mich natürlich gefreut... 

Fürs College wollte Ian mir komplett freigeben, da ich die Woche zuvor so oft und lange am College war. Am Mittwoch bin ich dann trotzdem gegangen, um mit einigen der Schüler darüber zu sprechen, wie die mündliche Prüfung lief. Ansonsten hatte ich letzte Woche eigentlich echt nichts zu tun!!! Helen ist am Donnerstag nach Spanien abgehauen für eine Woche, deshalb habe ich auch das Haus komplett für mich und genieße das Faulenzen! 

Heute ist der dritte Tag, an dem ich nuuuur Faulenze und langsam fällt mir jetzt die Decke auf den Kopf...  Deshalb freue ich mich schon auf die Schule morgen... Die Schule ansich wird wieder Zeitverschwendung, aber ich habe wenigstens mehr oder weniger etwas zu tun und nach der Schule kommt Marta mit zu mir. Sie ist genauso genervt von der Schule wie ich, also werden wir morgen beim Mittagessen gemeinsam Frust ablassen!  Sowohl wegen der Schule, als auch wegen Nicolas... Letzte Woche hat er mir an einem Tag seine kompletten Ferien erzählt und am nächsten Tag hat er mich kaum angesehen... Unberechenbar und anstrengend, der Kerl! 

Am Mittwoch werde ich dann wahrscheinlich Kristina einen Besuch abstatten und am Samstag werde ich mit ihr ein Menü kochen für uns und ihre Gastfamilie. 

Ansonsten ruhe ich mich weiter aus, lese, schreibe, schaue Fern und versuche langsam aber sicher alle Lebensmittel zu verbrauchen (warum verdammt habe ich am Anfang meiner Zeit hier so viele Dosen Mais gekauft??? ).

05Mai
2014

Shakespeare, Stratford und was passiert wenn Kleinstädter in eine Großstadt kommen...

Nachdem ich euch jetzt eine Woche lang habe warten lassen, kommt hier endlich der nächste Eintrag! Momentan passiert hier nicht viel, deshalb dachte ich, ich warte ein bisschen, dann gibt es noch ein bisschen mehr zu erzählen. 

Also... Ich hatte ja geplant letzte Woche Montag nach Birmingham zu fahren, um mich in der Stadt umzusehen und um einen kleinen Abstecher nach Stratford-upon-Avon, der Geburtsstadt von Shakespeare, zu machen. Während ich mit Lisa in Glasgow unterwegs war, erreichte mich eine Nachricht von Nicola, die mich bei meinem Musikabi auf dem Klavier begleitet hatte, mit der ich aber seither eigentlich keinen Kontakt mehr hatte. Sie schrieb, dass sie zurzeit in Coventry ist, dort ihre Bachlorarbeit schreibt und ob wir uns nicht mal treffen wollen. Da Birmingham ganz in der Nähe von Coventry liegt, haben wir dann beschlossen, dass wir uns zusammen Birmingham anschauen. 

Daher fuhr ich dann zunächst alleine nach Stratford, um mich Nachmittags mit Nicola in Birmingham zu treffen. Die Fahrt nach Stratford dauerte insgesamt ungefähr 4 Stunden, war aber ganz angenehm. In Birmingham war ich kurz verwirrt, da ich an der Haltestelle New Street ankam, aber von der Moor Street Richtung Stratford abfahren sollte... Und über mein Handy konnte ich keine Verbindung zwischen diesen beiden Haltestellen finden... Irgendwann bemerkte ich dann, dass beide Haltestellen sozusagen zum Bahnhof Birmingham gehören. Dass heißt es gibt keine Verbindung, sondern man muss laufen. Nach 10min stand ich dann an der Moor Street und konnte meine Fahrt fortsetzen. 

In Stratford suchte ich mir einen Weg vom Bahnhof zum Zentrum. Der Weg war nicht sehr weit, aber durch viele Baustellen etwas umständlich. Zunächst sieht der Ort aus wie jeder andere auch... Nichts Besonderes. Aber umso weiter ich ins Zentrum kam, umso besser wurde es. Die Häuser sind total schön! Viel Zeit hatte ich nicht, deshalb lief ich relativ zügig zu allen spannenden Punkten und ging in den ein oder anderen Touri-Laden.

  Shakespeare's Geburtshaus:   Die Theater von Stratford:    Die Kirche in der Shakespeare begraben liegt: 

Die Stadt gefiel mir wirklich sehr sehr gut mit all den schönen Häusern und ich würde gerne noch einmal dorthin, um mehr Zeit dort zu verbringen. Nach nur zwei Stunden musste ich nämlich wieder an den Bahnhof, um zurück nach Birmingham zu fahren.

In Birmingham angekommen, kam Nicola auch schon direkt um die Ecke und es konnte losgehen! Nur wohin? Wir hatten zwar einen Stadtplan, aber trotzdem keine Ahnung in welche Richtung wir loslaufen wollten...  Als wir uns für eine Richtung entschieden hatten, liefen wir einfach nur durch die Gegend. Die Architektur in Birmingham hat uns beiden super gefallen. Vieles sieht sehr alt aus und zwischendrin gibt es immer wieder modernere Gebäude, was das Ganze abwechslungsreich und spannend macht. 

Eigentlich sind wir dann die meiste Zeit durch die Gegend geirrt... Durch das Museumsviertel, dann China Town und dann haben wir versucht wieder ins Shoppingviertel zu kommen... Irgendwie sind wir da einen gaaanz komplizierten Weg gelaufen und wahrscheinlich ein paar mal falsch abgebogen... Aber am Ende waren wir da wo wir hinwollten.  Irgendwann sind wir dann auch - wie könnte es anders sein - im Waterstones (Buchladen) gelandet, aber leider waren wir viel zu spät dran und es war schon kurz vor Ladenschluss... Das war wirklich schade, denn der Waterstones ist riesig!!! 

Da das Bullring Shopping Centre noch offen hatte, gingen wir dann da wieder rein, nachdem wir verwirrt danach gesucht hatten, nur um dann festzustellen, dass wir da sogar schon vorher drin waren...  Ja, es war alles ein bisschen verwirrend, aber dafür auch superlustig! Wir sind eben doch Kleinstädter und sind deshalb in einer so großen Stadt etwas überfordert. 

Gegen halb acht machten wir uns dann auf den Weg zum Busbahnhof, von wo aus Nicola wieder zurück nach Coventry fuhr. Auf dem Weg mussten natürlich noch ein paar Beweisfotos gemacht werden...  

Am Busbahnhof angekommen, verabschiedeten wir uns und ich suchte dann den Weg zurück zur Haltestelle New Street. Die Rückfahrt klappte auch absolut reibungslos und so kam ich um 22.30Uhr in Scunthorpe an und war dann nach einer kurzen Fahrt mit dem Fahrrad Zuhause. 

Insgesamt: Ein toller und interessanter Tag, der durch die unerwartete und gute Gesellschaft durch Nicola auch noch sehr lustig wurde! 

30April
2014

Familienbande

Und weiter geht es mit dem Erzählen...

Also, wie ihr wisst, kam ich am Dienstag am späten Abend wieder in Scunthorpe an und musste dann am Mittwoch um 9Uhr schon wieder im College sein. Die Schüler dort hatten nämlich Mittwoch, Donnerstag und Freitag - also genau an den Tagen, an denen meine Familie hier war - ihre mündlichen Prüfungen und da wollte ich natürlich allen eine last-minute Möglichkeit geben, ein bisschen deutsch zu sprechen und zu üben. Das wurde auch dankend angenommen, weshalb ich am Mittwoch von 9 bis 15Uhr im College war. Als ich dann nachmittags fertig war, hatte ich gerade noch Zeit zurück nach Hause zu gehen und schnell ein bisschen aufzuräumen...  Und dann standen meine Eltern und mein kleiner (nicht im Sinne von 'körperlich kleiner', sondern im Sinne von 'jünger' ) Bruder vor der Türe. Die Freude war natürlich riesig! Sie haben dann erst einmal das Haus hier inspiziert und dann sind wir mit dem Mietauto in die "Stadt" gefahren. Da es dann schon ca. 17Uhr war, machten die Läden bereits zu, was meine Eltern sehr verwirrte. (Da musste ich mich ja auch erst einmal dran gewöhnen, als ich hier ankam...) Wir spazierten dann noch ein bisschen durch die Gegend und gingen dann beim Italiener Bellini Essen. 

Am Donnerstag musste ich wieder zum College; dieses Mal von 8.45 bis 14Uhr. Kai (Bruder) kam mit mir mit, um sich das College mal anzuschauen. Da ich wieder (fast) nonstop mit den Schülern zu tun hatte, saß er aber hauptsächlich herum und wartete darauf, dass ich endlich fertig bin.  Kurz nach zwei holten uns unsere Eltern ab und wir fuhren nach York. Papa war ja schon letztes Jahr mit mir in York und meinte dort schon, dass er da unbedingt noch einmal hin möchte. Wir schauten uns zuerst das Minster an und bummelten dann durch die Stadt. Wir schauten in ein paar Läden rein, lästerten ein bisschen über so manch gewagtes Outfit und amüsierten uns über eine Asiatin, die eine ganze Weile versuchte Blüten zu fotografieren.  Am Abend gingen wir dann in den gleichen Pub, in dem Papa und ich auch letztes Jahr schon waren und aßen seeehr lecker zu Abend!

Auch am Freitag musste ich zum College, allerdings nur von 8.45 bis 11Uhr, was mich freute, denn ich hatte ja Geburtstag.  Ian überreichte mir gleich eine Tüte mit Geschenk! Und wie könnte es auch anders sein... ein Buch! Ein verdammt schweres Backbuch, mit britischen Rezepten. Das Buch ist so schwer, dass ich es gleich meinen Eltern mitgegeben habe, damit ich es am Ende nicht mit meinem ganzen Zeug mitschleppen muss.  Nach dem College wurden Kai und ich wieder von unseren Eltern abgeholt und los ging es nach Scarborough! Auf dem Weg durfte ich noch die ein oder andere Kleinigkeit auspacken, was mich total gefreut hat! 
Auf dem Weg nach Scarborough war das Wetter schon nicht mehr so toll, wie es die Tage davor war... Als wir ankamen war es total neblig! In Scarborough kannte ich mich ja schon ein bisschen aus, deshalb wollten wir erst einmal runter ans Meer. Es war zwar keine Ebbe, aber das Meer konnte man trotzdem kaum sehen... nur eine dicke fette Nebelwand und alle paar Minuten hörte man das Nebelhorn! Auch mal ein interessantes Erlebnis...  

Nach einem Spaziergang am Meer (bzw. das was man davon erkennen konnte), versuchten wir die Fußgängerzone zu finden und wurden dabei erst einmal ordentlich nass, da es anfing zu regnen...  Als wir dann in der Shoppingstraße angekommen waren, bummelten wir wieder durch Gegend und gingen hier und da ein bisschen einkaufen... Am frühen Abend befragten Papa und Kai dann einen Engländer, wo man denn Essen gehen könnte und so landeten wir wieder bei einem Italiener. Hat sich gelohnt! Das Essen war gut! 

Am Samstag musste ich natürlich nicht zum College und so hatten wir noch einen halben Tag, bevor die drei wieder zurück nach Deutschland fliegen mussten. Den Tag nutzten wir und fuhren schon morgens nach Lincoln.

Auf dem Weg fuhren wir noch kurz bei der Post vorbei, da ein Päckchen von Stefan angekommen war... Als ich den Inhalt ausgepackt hatte, musste ich ihn auch gleich fotografieren... BANANA! 

(Ich selbst war natürlich nicht Inhalt des Päckchens, sondern nur der gelbe Teil rechts im Bild.  )

 

In Lincoln ging es dann zuerst die Einkaufsstraße hoch bis zur Kathedrale und dann mit einem Blick in den ein oder anderen Laden wieder nach unten. Wenigstens am letzten Tag gab sich die Sonne auch noch einmal etwas mehr Mühe und schien für uns! Nach einem kleinen Mittagssnack mussten wir dann wieder nach Scunthorpe fahren.

In Scunthorpe übergab ich meinen Eltern einen meiner großen Köffer, gefüllt mit Dingen die ich (theoretisch) nicht mehr brauche und dann mussten wir uns wieder verabschieden.  

Es war sooo toll meine Familie hier zu haben, wenn auch nur für eine sehr kurze, aber sehr schöne und lustige Zeit!!! 

Am Samstagabend und am Sonntag habe ich viel geschlafen und gefaulenzt, was nach dem Reisen und den ganzen Ausflügen auch mal wieder nötig war! Aber schon am Montag bin ich zum nächsten Ausflug gestartet... und zwar nach Birmingham! 

 

27April
2014

Reisen, reisen, reisen,...

Lang lang ist es her, dass ich das letzte Mal geschrieben habe, deshalb wird es jetzt Zeit für einen neuen Eintrag. Die letzten zwei Wochen waren aaabsolut wuuundervoll und der krönende Abschluss war der Besuch meiner Familie und mein Geburtstag im nebligen Scarborough. Aber ich fange mal von vorne an... 

Montag, 14.4.

Ganz früh um 6.30Uhr ging es los. Mit dem Wanderrucksack auf dem Rücken und dem kleinen Rucksack als Gegengewicht vorne, lief ich mal wieder an den Bahnhof. Bis um 13Uhr war ich dann komplett mit dem Zug unterwegs. Erst bis Doncaster, dann bis Manchester, dann bis Crewe und dann bis Holyhead. Das lief auch alles ganz reibungslos und ich hab im Zug die ganze Zeit entweder gelesen, oder aus dem Fenster geschaut. Ein bisschen aufgeregt war ich ja schon, denn es war das erste Mal, dass ich für ein paar Tage ganz alleine unterwegs war. Von Crewe bis Holyhead sind relativ viele Leute gefahren, um weiter nach Irland zu fahren, denn von Holyhead fährt die Fähre bis Dublin. Ich war irgendwie die Einzige, die nicht Richtung Fähre gelaufen ist, sondern Richtung "Stadt". Holyhead ist sehr sehr klein, deshalb kann man eigentlich nicht von Stadt reden... 

 Als ich am Gasthaus ankam, wurde ich gleich vom Inhaber empfangen, der mir dann nach ein wenig Chaos ("Wo ist denn mein Terminkalender!?", "Ach ich brauch noch den Schlüssel...", "Oh, der Schlüssel ist doch dort!") mein Zimmer zeigte.  Ich blieb dann kurz in meinem kleinen aber feinen Zimmer und machte mich dann mit der Kamera bewaffnet auf den Weg. Ich wusste, dass auf der anderen Seite der Halbinsel ein Leuchtturm steht und von dort wollte ich den Sonnenuntergang fotografieren. Da die Sonne aber erst um 20Uhr untergehen sollte, hatte ich noch jede Menge Zeit, also lief ich einfach mal drauf los...

An einer Art kleiner Hafen vorbei, lief ich Richtung Breakwater Park und das Wetter hätte nicht besser sein können. Als ich dann am Breakwater Park ankam, lief ich auch direkt den einzigen Berg hoch, den es dort gibt. Es waren viele Familien unterwegs, allerdings sind die wenigsten den Berg hochgelaufen, weshalb ich meine Ruhe hatte. Der Aufstieg ging ganz gut und ich musste nur einmal ein Stück zurück um einen neuen Weg zu suchen, denn richtige Wanderwege sind dort nicht ausgeschildert. Immer wieder habe ich die Aussicht genossen, die von Höhenmeter zu Höhenmeter schöner wurde. Oben angekommen habe ich dann eine laaange Pause gemacht, in der ich mit dem Selbstauslöser gespielt, die Aussicht genossen und gelesen habe.

     Holyhead gehört ja zu Wales und in Wales spricht man walisisch. Und nein, das ist kein Dialekt und auch kein Akzent. Es ist eine komplett andere Sprache! Und leider ist die Sprache auch nicht gerade eng mit irgendeiner anderen verwandt... Auf diesem Schild seht ihr Englisch (links) und Walisisch (rechts) im Vergleich. 

Von Ian habe ich (wie bestimmt schon irgendwann erwähnt) einen Lindt-Schokohasen geschenkt bekommen und da ich vor und über Ostern ja immernoch unterwegs war, musste der Hase mit auf meine Reise und ab und an Model spielen...  

Gegen Abend versuchte ich dann auf der anderen Seite des Berges einen Weg nach unten zum Leuchtturm zu finden und musste zweimal umdrehen und einen anderen Weg suchen, da ich plötzlich vor einem Abgrund stand. Als ich dann einem Mountainbiker über den Weg lief, fragte ich zur Sicherheit noch einmal nach, ob ich ungefähr richtig bin. Er meinte sinngemäß: "Folge einfach diesem Weg hier, dann ein bisschen rechts und dann siehst du den Leuchtturm... da sind dann ungefähr tausend Stufen."  Gezählt habe ich sie nicht, aber es waren auf jeden Fall viele...

Dort in der Nähe des Leuchtturms blieb ich dann bis zum Sonnenuntergang, der dann leider gar nicht so toll war. Es war kein Wölkchen am Himmel, was ja eigentlich gut, für die Fotografie allerdings etwas langweilig ist.

 

Danach wurde es natürlich sehr schnell dunkel und ich dachte, ich sei ganz schnell Zuhause... Da hatte ich mich aber etwas verschätzt. Einen richtigen Wanderweg konnte ich leider nicht finden, deshalb bin ich dann auf einer normalen Straße gelaufen und bin jedes Mal wenn ein Auto kam auf den Grünstreifen ausgewichen.  Da um diese Uhrzeit dort nicht mehr viel los war, war das aber kein Problem. Irgendwann kam ich dann auch wieder in ein Wohngebiet und nach insgesamt etwa einer Stunde Fußmarsch war ich wieder im Gasthaus. 

Dienstag, 15.4.

Nach einer etwas unruhigen Nacht, gab es am Dienstag um 8.30Uhr das Full English Breakfast. Anschließend lies ich meinen Wanderrucksack im Gasthaus um noch einmal eine Runde durch Holyhead zu laufen.   

Gegen frühen Vormittag schnappte ich mir dann mein Gepäck und fuhr mit der Bahn bis zu dem Ort mit dem gaaaanz laaaangen Namen... Nämlich: Llanfairpwll­gwyngyllgogery­chwyrndrobwll­llantysilio­gogogoch, das heißt übersetzt „Marienkirche (Llanfair) in einer Mulde (pwll) weißer Haseln (gwyn gyll) in der Nähe (ger) eines schnellen Wirbels (chwyrn drobwll) und der Thysiliokirche (llantysilio) bei der roten Höhle (ogo goch).“  

Den Namen haben sie sich ausgedacht, um mehr Touristen anzulocken und damit hatten sie definitiv Erfolg! Ich saß eine Weile in der Nähe vom Bahnhof vor dem Llanfair Touristen-Shoppingcentre und beobachtete mehrere Reisebusse, die immer wieder angefahren kamen. Nach einem Spaziergang durch das Shoppingcentre lief ich dann wieder zum Bahnhof und fuhr mit der nächsten Verbindung bis nach Llandudno. Auf der Fahrt hat man eine wunderschöne Aussicht! Entweder man sieht das Meer oder eine malerische Landschaft.

Gegen Nachmittag kam ich in Llandudno an und ging erst einmal zum Hotel. Das Hotel war nicht ganz so toll, aber ich blieb ja auch nur zwei Nächte. Ich beschloss dann auch gleich noch einmal loszulaufen und ein bisschen die Gegend zu erkunden. Bei der Reiseplanung hatte ich herausgefunden, dass es in Llandudno zwei Berge gibt: Great Orme und Little Orme. Auf den Great Orme wollte ich hochlaufen, da es aber schon Nachmittag war, beschloss ich das erst am nächsten Tag zu machen und erst einmal um den Berg herum zu laufen. Im Internet fand ich heraus, dass die Strecke um den Great Orme knapp 9km lang ist und da dachte mir das laufe ich mal schnell... Aber mit dem (ein)schätzen hatte ich es ja noch nie so wirklich...  Da der Berg am Meer liegt, war der Weg natürlich ein Küstenweg und ging hoch, runter, hoch, runter... und ich brauchte dafür dann doch länger als gedacht. Aber es hat sich einfach sowas von gelohnt! Ein Augenschmaus! Und noch dazu habe ich es geschafft den ein oder anderen Schnappschuss zu machen...

 

Später als gedacht war ich dann wieder in der Stadt und ging noch kurz einkaufen um danach im Hotel zu essen und zu entspannen.

Mittwoch, 16.4.

Für Mittwoch stand mein Wecker auf 5.30Uhr und ich hätte ihn am liebsten komplett ignoriert... Kurz vor 6Uhr bin ich dann doch aufgestanden, hab mir schnell was angezogen und bin raus zum Sonnenaufgang. Zum Glück war das Hotel direkt am Strand, ich musste also wirklich nur aus dem Hotel raus und ein paar hundert Meter runter zum Strand. Und das frühe Aufstehen hat sich auch gelohnt! Es war ein wunderschöner Sonnenaufgang mit interessantem Wolken-/Schleier-Gebilde... 

Nach der Fotografiererei ging ich dann direkt wieder ins Bett und schlief nochmal ca. 2 Stunden.  Gegen 9Uhr gab es dann wieder das Full English Breakfast, während dem ich feststellen musste, dass meine Schuhe kaputt sind... Deshalb ging ich nach dem Frühstück dann erstmal zum nächsten Schuhladen... Da ich in Scunthorpe ja noch genug Schuhe habe, wollte ich auch nicht zuviel Geld ausgeben und habe mich deshalb für 8Pfund-Turnschuhe entschieden.  Anschließend ging ich dann noch in den Poundshop (dort kostet fast alles nur einen Pfund), um mir Kleber zu kaufen, mit dem ich meine Schuhe flicken kann... Dabei sind mir dann auch noch zwei DVDs in die Hände gefallen, die auch noch mit mussten... Und so konnte ich dann bald meine erste eigene Bildergeschichte erzählen:

Ich kaufte mir  , um  zu flicken. Zur Not hatte ich  und  mussten einfach mit... 

Nach dem Notfall-Spontankauf ging es dann aber endlich den Berg hoch... den extrem steilen Berg... Ganz viele Leute nahmen die Tram-Bahn um auf den Great Orme zu fahren, aber für so ein kurzes Vergnügen war mir das zu teuer. Wofür hat man schließlich Füße (und Ersatzschuhe)!? Auf dem Weg nach oben hatte ich dann eine schöne Sicht über Llandudno.

 

Oben angekommen blieb ich dann eine Weile und widmete mich mal wieder einem Buch... Es war einiges los dort oben, denn das Wetter war herrlich! Gegen Nachmittag ging ich dann wieder nach unten in die Stadt und spazierte durch verschiedene Läden. Relativ früh lief ich dann zurück zum Hotel.

Donnerstag, 17.4.

Am Donnerstag war das Wetter leider nicht mehr so gut. Da ich noch ein wenig Zeit hatte, lief ich Richtung Little Orme, auf der anderen Seite von Llandudno. Ich wusste nicht, ob man auch auf diesen Berg hochkann, deshalb bin ich einfach mal losgelaufen. Und tatsächlich habe ich nach einer Weile einen Pfad gefunden, der auf den Berg führt. Ganz nach oben bin ich nicht gelaufen, aber ich hatte eine schöne Aussicht (mal wieder... ) auf England. (Llandudno gehört zu Wales.)

Am Mittag musste ich dann mein Gepäck abholen und zum Bahnhof. Von dort ging es mit dem Zug nach Manchester, wo ich mich am Bahnhof mit Lisa traf. Ich muss sagen, dass die Zeit alleine sehr toll und entspannend war, aber ich war dann auch sehr froh, nicht mehr alleine zu sein. Auf Dauer kann man sich auch selbst auf die Nerven gehen... 

Lisa und ich gingen dann kurz zu ihr und mussten dann auch bald wieder los zur Bridgewater Hall. Dort fand ein Konzert von den "Piano Guys" statt, für das wir Karten hatten. Das Konzert war absolut super! Die Jungs spielen Klavier und Cello und haben Popmusik vermischt mit Klassikern in ihrem Repertoire. Coole Jungs, coole Show, wunderbare Musik!

Nach dem Konzert sind wir dann auf direktem Weg zu Lisa und dann ins Bett gegangen, denn am nächsten Tag mussten wir früh raus...

Freitag, 18.4.

Um 6Uhr standen wir auf und kurz nach 7Uhr ging unser Zug nach Glasgow. Dort hatten wir es vom Bahnhof aus dann gar nicht weit bis zum Hotel. Es war zwar ein 6 Bett-Zimmer, aber trotzdem ein Hotel und kein Hostel. Erkennen konnte man das am Fernseher im Zimmer, am Wasserkocher, den Keksen, Handtüchern, Seife und Shampoo.  Nachdem wir unsere Sachen abgestellt hatten, liefen wir einfach mal drauf los... Pia mit Krone...  

Relativ bald waren wir dann bei einer Kirche, die an einem Hügel steht und auf dem Hügel ist ein beeindruckender Friedhof. Wir ließen uns da am Hang dann erst einmal nieder, quatschten und genossen das super Wetter. "So lässt es sich leben!", sagte Lisa, worauf ich sie darauf aufmerksam machte, dass es etwas makaber ist, so etwas auf einem Friedhof zu sagen.  Irgendwann sind wir dann weiter gelaufen und haben rumgealbert... siehe Fotos... 

Da das Herumliegen und Entspannen so toll war, war unser nächstes Ziel dann ein Park. Vorher kamen wir noch an einem Gewächshaus vorbei, in dem wir uns umsahen und dann legten wir uns zu den anderen auf die Wiese. Ich bin dann auch direkt eingeschlafen, habe einen leichten Sonnenbrand bekommen und wurde von Lisa fotografiert... 

 

Alles in allem hatten wir viele gute Gespräche und somit einen sehr schönen und entspannten Tag, den wir dann beim Abendessen im Restaurant "Nando's" ausklingen ließen.

Samstag, 19.4.

Für den Samstag hatten wir Tickets für den Hop-on-Hop-off Bus. So bekamen wir einen guten Überblick, was es alles in Glasgow zu sehen gibt... Oder zumindest ich... Denn Lisa verbrachte den Großteil der Fahrt schlafend. 

Anschließend gingen wir ein bisschen shoppen und liesen uns einfach durch die Stadt treiben... Und dabei haben wir wieder einmal gequatscht und gequatscht und gequatscht... Da die meisten Schotten/Engländer ja kein Deutsch sprechen, haben wir uns lautstark über diverse Themen unterhalten und auch immer mal wieder Kommentare über andere Leute abgegeben. Als wir eine Weile am Flussufer saßen, lästerte Lisa ein bisschen über eine Frau, die mit ihrem Freund ganz in der Nähe saß... Als wir uns dann über alles mögliche andere unterhielten, kam die Frau plötzlich zu uns und meinte "Ich habe gehört, dass ihr auch Deutsche seid... Könnt ihr ein Restaurant empfehlen?" Uuuups!!! 

Nach einem kleinen Abendessen liefen wir noch kurz zum Hotel und gingen dann in eine katholische Kirche ganz in der Nähe vom Hotel. Dort sollte am Abend die Easter Virgil stattfinden, also das, was man in Deutschland als Osternacht kennt. Wenn ich schon nicht Zuhause sein konnte an Ostern, so wollte ich zumindest einmal an einem englischen katholischen Gottesdienst teilnehmen. Es war dann wirklich sehr sehr ähnlich, wie ich das von Zuhause kenne und hat mich deshalb sehr gefreut.  Da die Messe sehr lange dauerte, kamen wir dann erst sehr spät wieder im Hotel an.

Sonntag, 20.4.

Am nächsten Tag gingen wir noch einmal kurz zu der katholischen Kirche, da ich sie noch fotografieren wollte. 

Danach hatten wir noch ein bisschen Zeit um durch die Stadt zu laufen, bevor wir dann mit unserem Gepäck bewaffnet wieder zum Bahnhof marschierten. Von dort nahmen wir den Zug nach Edinburgh, was nur eine Stunde dauerte. Auf der Fahrt haben wir uns sogar einen kleinen Ostertisch aufgebaut.    

Um die Mittagszeit kamen wir in Edinburgh an und suchten natürlich zuerst einmal das Hostel. Als wir es gefunden hatten, waren wir erst einmal etwas skeptisch... Das Allgirlz Hostel (nur für Frauen) liegt nämlich komplett im Keller...   Wir wurden dann aber total nett empfangen und gleich herumgeführt. Das Hostel ist total schön eingerichtet, sehr mädchenhaft mit rosa Wänden... Es liegt immer ein Fön bereit, beim Shampoo darf man sich auch bedienen usw. Insgesamt gab es glaube ich auch nur 3 Zimmer mit jeweils 4-8 Betten, weshalb es sich eher wie eine vorrübergehende WG angefühlt hat und nicht wie ein anonymes Hostel. 

Wir sind dann natürlich gleich noch einmal losgestiefelt, um das schöne Wetter auszunutzen. Mit einem kleinen Umweg über ein Shoppingcentre, liefen wir hoch zur Necropolis. Dort oben liefen ganze viele hippiemäßig gekleidete Leute herum, von denen viele auch noch eine Trommel dabei hatten... Was genau es damit aufsich hatte, konnten wir allerdings nicht in Erfahrung bringen. Wir blieben erst einmal eine Weile da oben.

 Und aus meinem Hasen wurde irgendwann ein Keinohrhase.   Und dann war er plötzlich ganz weg... 

Als uns der Wind dann zu arg war, sind wir wieder drauflos gelaufen. Zuerst einmal Richtung Schloss und danach quer durch Edinburgh, bis wir dann zum Abendessen im Pizza Express gelandet sind. (Da ich vor ca 2 Jahren schon einmal in Edinburgh war, habe ich nicht sooo viele Bilder gemacht.)

Und nach dem Abendessen ging es dann natürlich wieder zum Hostel... (Und täglich grüßt das Murmeltier.)

Montag, 21.4.

Am Montag fuhren wir mit dem Zug morgens hoch nach Aberdeen. Dort erkundigten wir uns im Touristenzentrum, was man dort so alles machen kann und beschlossen dann Richtung "Old Aberdeen" zu laufen. Nach 45min kamen wir dann auch dort an und mussten enttäuscht feststellen, dass der Stadtteil einfach nur "Old Aberdeen" heißt, aber dass es sich dabei nicht um eine Altstadt handelt.  Egal! Wir liefen einfach weiter zum Strand, um dort ein Picknick zu machen! Herrlich! Blick aufs Meer und Sonne von oben! Was will man mehr!? 

Aberdeen war also insgesamt nicht sooo besonders. Wir liefen dann am Strand zurück zur Stadt, was auch recht lange dauerte. Nachdem wir da dann noch etwas Zeit damit verbracht hatten, die Leute und den Rummel (Karussell, Riesenrad usw) zu beobachten, liefen wir ins Stadtzentrum, um dort im Restaurant von Jamie Oliver zu essen. Risotto mit Waldpilzen! Mhhhh! und zum Nachtisch gab es einen "Epic Brownie" mit Vanilleeis und (man glaubt es kaum) Popcorn. Interessante Kombination und echt lecker!    (Überhaupt habe ich in letzter Zeit soooooo viele - leckere - Sachen gegessen...) Absolut satt saßen wir dann wieder im Zug und fuhren die knapp 3h wieder zurück nach Edinburgh.

Dienstag, 22.4.

Am Dienstag liefen wir nach dem Frühtsück direkt in die Old Town, zum Treffpunkt für die kostenlose Stadtführung. An diesem Punkt trafen wir uns mit Anna, einer Freundin von mir, und ihrem Freund Andy. Ich hatte nämlich mit Anna, die momentan in Irland studiert, geschrieben und sie hat erzählt, dass sie mit ihrem Freund nach Edinburgh geht. Daraufhin stellte sich heraus, dass wir zum gleichen Zeitpunkt in Edinburgh sind, also mussten wir uns natürlich treffen! Gemeinsam liefen wir bei der Tour durch Edinburgh mit, die echt super war! Der Tourguide war spitze und obwohl das Wetter typisch englisch war und mir ziemlich kalt war, hat die Tour sehr viel Spaß gemacht. 

Nach der Tour sind Anna, Andy, Lisa und ich in eines der Museen, um uns ein wenig umzusehen und um auf die Aussichtsplatform zu gehen. Ein paar Beweisfotos mussten natürlich auch sein!

Anschließend setzten wir uns in einen berühmten Pub: Maggie Dickson's Pub! Die Legende besagt, dass Maggie verheiratet war, allerdings eine Affaire hatte. Von dieser Affaire wurde sie schwanger, was sie dann verheimlichte. Das Kind kam zu früh auf die Welt und starb, also wollte Maggie es unbemerkt begraben. Dabei wurde sie allerdings beobachtet und da es damals bei Gesetz verboten war, eine Schwangerschaft zu verheimlichen, sollte sie gehängt werden. Nachdem sie gehängt wurde, wurde sie in einem Sarg weggetragen... Doch Maggie war nicht tot und klopfte von innen gegen den Sarg! Alle verlangten, dass sie noch einmal gehängt wird, aber sie wurde zuvor schon als tot erklärt und so sah man es als Wille Gottes, dass sie noch eine Chance bekommt. Sie lebte danach noch 40 Jahre und bekam den Spitznamen "Halb-gehängte Maggie". Und nach ihr wurde dieser Pub benannt, den sie mit ihrem zweiten Mann betrieb. 

So saßen wir also in diesem Pub und redeten fast 3 Stunden lang über Gott und die Welt, bis wir (nach einem himmlischen Nachtisch ) wieder weitermussten. Andy und Anna begleiteten uns noch bis zum Hostel, wo wir unser Gepäck abholen mussten. Dann hieß es Abschied nehmen; zuerst von Anna und Andy und kurze Zeit später am Bahnhof in Edinburgh auch von Lisa. 

Alleine fuhr ich dann zurück nach Scunthorpe, wo ich um 22.30Uhr den Fußweg nach Hause antrat. So ging eine wunderbare Reise zu Ende. Fürs Traurigsein hatte ich allerdings keine Zeit, denn schon am nächsten Tag standen meine Eltern mit meinem kleinen Bruder vor der Türe...

Wie ich meinen Geburtstag dann im nebligen Scarborough gefeiert habe und was sonst noch so in der letzten Woche passiert ist, erzähle ich euch dann in einem weiteren Eintrag. 

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